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Erwin’s Gartenschule

Ein Steingartl anlegen und pflegen

Steingärten waren von jeher mit dem Flair umgeben, etwas Besonderes zu sein und das injeder Hinsicht, sowohl, was Pflegeaufwand, als auch was Optik und Eindruckbetrifft. Man konnte sich mit einem schönen „Steingartl“ rühmen.

Steingarten ist aber nicht gleich Steingarten.

Viele verwechseln einen „steinigen“ Garten mit einem schön gestalteten ECHTEN STEINGARTEN.

Steingärten sind Symbiosen zwischen natürlicher Umgebung, Steinen großer und kleiner Art sowie Pflanzen. Der Boden muss den Gegebenheiten angepasst werden. Abgemagerter schottriger, gut durchlässiger Boden ist in den meisten Fällen ein unbedingtes Muss!

Vielfach fehlt die Intuition, das Gefühl dafür Steine und Pflanzen geglückt zu kombinieren, somit entsteht eher ein „steiniger“ Garten. Große Steine zu verwenden – daran scheitert es manchmal, weil der Mut dazu fehlt, dass man sich auf längere Zeitmit seiner Gestaltung „bindet“.

Jeder Stein, egal welcher Herkunft (Kalkschiefer, Glimmerschiefer, Granit…), ist für sich etwas Besonderes. Er will im Mittelpunkt stehen, will sich an die Umgebungperfekt anpassen und hervorgehoben werden.

Natürlich gibt es Miniatursteingärten auch in großen Steintrögen oder aufgelassenen Steinbrunnen, hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ebenso an natürlichen, schattigen Hängen und Plätzen, aber der Hauptanteil an Steingärten ist an sehr sonnigen, heißen Standorten anzutreffen, die je nach Pflegeaufwandauch bis zu 100 m² und größer sein dürfen.

Die Hochblüte eines jeden Steingartens ist das Frühjahr, keine Frage, aber auch im Sommer sind viele Arten erst an ihrem Höhepunkt angelangt, sodass sie auch dann noch große Wirkung erzielen können.

Prinzipien und Regeln:

Der Aufbau eines Steingartens ist bestimmten Richtlinien unterworfen, werden diese nicht beachtet, laufen später einige Dinge aus dem Ruder.

1) Steingartenpflanzen sind Kinder des Lichts

Befinden sich große Bäume oder Mauern in der Nähe, so sollten diese auf ihren Schattenwurf hin kontrolliert werden.

Besonders für Pflanzen, die ihre ursprüngliche Heimat in hochalpinen Lagen haben, sind die richtigen Lichtverhältnisse entscheidend, siehe Stengelloser Enzian oder Edelweiß. Daher ist eine Entfernung zum nächsten Großbaum von 15-20 Metern ratsam, wenn auch nicht immer zwingend. Diese Angabe bezieht sich auf südlich stehende Bäume, nicht auf jene vom Schattenwurf aus anderen Himmelsrichtungen.

 2) Der Unterbau ist von entscheidender Bedeutung, somit ist auch der Bestand zu analysieren, auch wenn eine noch so starke Aufschüttung passieren soll.

Dabei ist es nebensächlich, ob der Steingarten aufgeschüttet, im Ebenen oder im Gelände entstehen soll, lediglich der Unterbewuchs ist entscheidend und wie schnell starke Regengüsse wieder versickern können. 

Starker Unkrautbewuchs durch Giersch, Brennessel, Schachtelhalm und dgl. ist unbedingt zu entfernen, das aber über 1-2 Jahre auf eine gewisse Tiefe hin, ehe mit dem Aufbau eines Steingartens begonnen werden kann, weil sonst unliebsame Überraschungen nicht ausbleiben werden.

Zum Unterbau gehört auch das richtige Substrat, auf das häufig wenig gedacht wird.

Durchlässiges Material, je nach Gesteinsart (Kalk oder Schiefer) und Art der Pflanzen darin, sollte nur mäßig normale Gartenerde oder Kompost verwendet werden, sondern schottriges Material in Verbindung mit Lehm, aber auch Splitt und Walderde sind als Beimischung geeignet. Der notwendige Anteil Sand soll mit gewaschenem Inn-oder Quarzsand gedeckt werden.

 

3) Wasser im Steingarten

Ein Bachlauf oder ein leichtes Rinnsal aus einem größeren, angebohrten Steinrinnend, kann durchaus natürlich wirken und einen tollen Effekt entstehen lassen.

 

4) Die beliebtesten Pflanzen für einen Steingarten

Alle frühjahrsblühenden Polsterstauden wie Phlox, Steinkraut, Gänsekresse, Blaukissen, Polsternelke, Primeln, Hungerblümchen, Glockenblume, Schleifenblume und dgl., aber auch Enzian, Edelweiß, Edeldistel usw.

Im Frühjahr zwischen April und Juni hat der Steingarten seinen absoluten Höhepunkt, ein Highlight jagt das nächste.

Im Sommer kommen Hauswurz, Mauerpfeffer und Storchschnabel zum Erblühen und hinterlassen traumhaft schöne Eindrücke.

Natürlich sind Leitgehölze neben im Winter oft einziehende Polsterstauden immens wichtig. Zwergwacholder, Zwergeiben und Zwerglatschen unterstreichen die Zeitlosigkeit und Natürlichkeit einer solch einmaligen Anlage.

 

5) Pflegeaufwand im Steingarten

Dieser kann nicht unerheblich sein, dann, wenn zu stark gedüngt, aber zu wenig ausgeschnitten wird. Beikräuter sind schlecht, davon gehört der Steingarten befreit.

Ein Steingarten lebt vom Auflockern, vom laufenden Kratzen an der freiliegenden Oberfläche, um Luft zu den Wurzeln gelangen zu lassen, Oberflächenwasser besser versickern lassen, aber auch um Unkrautbewuchs zu verhindern.

Mulchen kann man mit Kies, Splitt und Ähnlichem. Rindenmulch hat dort nichts verloren.

Leichte Kompostgaben (aufpassen – Unkraut!!), aber auch organischer Volldünger in sparsamen Umgang genügt.

 

Zu häufiges Wässern ist ebenso schlecht wie häufiges Düngen!

Der Rückschnitt der im Herbst einziehenden Pflanzen ist sicherlich ein Thema, aber auch die Teilung älterer Pflanzen, um den Steingarten nicht einseitig durch bestimmte Pflanzen verwildern zu lassen. Hier sollte sorgsam und platzsparend umgegangen werden.

Schädlinge sind natürlich auch ein Thema. Besonders Schneckenplagen können verheerend für die viele Mühe sein, die man sich macht. Hier sind die Nützlingsschonende Präparate wie Ferramol und ähnliches ratsam. Auch Ameisen, Mäuse, Maulwürfe und Amseln machen den Steingartenpflanzen ebenso das Leben schwer. Wer wie dagegen vorgeht, sollte jedem selbst überlassen bleiben!

Autor
Erwin Seidemann
Datum
28.3.2025
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