Erwin’s Gartenschule
Orchideen im Allgemeinen

Orchideen aus tropischen Wäldern unterschiedlicher Kontinente waren früher in Europa etwas ganz Besonderes!
Sie mussten weite Wege auf sich nehmen, zum Teil Schiffsreisen und waren dadurch auch sündhaft teuer, schwierig in der Weiterbehandlung und sehr hatten den Ruf, extrem anspruchsvoll und empfindlich zu sein.
Vieles hat sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert, sowohl punkto Anzucht als auch in Bezug auf die Pflege und Anspruch!
Klarerweise ist Orchidee nicht gleich Orchidee, es ist ein riesiges Spektrum, was sich uns bietet, es ist sicherlich die sortenreichste und vielfältigste Familie im Pflanzenreich! Aber prinzipiell sollte man mit feinen Unterschieden einfache Regeln beachten und eines sollte man sich vor Augen halten:
Wären alle Pflanzen des Pflanzenreichs so pflegeleicht und einfach in der Handhabung wie die meisten Orchideen, gäbe es praktisch keine Pflegeanleitungen mehr!
Herkunft: Die meisten Orchideen wachsen epiphytisch, das heißt, baumaufsitzend (aber nicht schmarotzend), sie ernähren sich praktisch vom Regenwasser (kalkarm-frei), das am Baum entlang fließt und für die Pflanzen das Ihre dort lässt. Das bedeutet auch, dass die Pflanzen sehr warm und luftfeucht brauchen, aber auch Ruhepausen brauchen, in denen sie sich für die Blüte Kraftreserven holen.
1) Orchideen wachsen nicht in normaler Blumenerde!
Da sie wie gesagt meist auf Urwaldriesenbäumen daheim sind, wachsen sie unter der Krone auf Ästen und legen ihre Wurzeln auf und an diese, wo sie sich auch festhalten (sie aber nicht aussaugen!). die Wurzeln dürfen also nicht zur Gänze unter die Erde kommen, sondern müssen darüber stehen. Dort ernähren sie sich von der Luftfeuchtigkeit und den Nährstoffen, die man ihnen gibt (in der Natur jene Nährstoffe, die der Baum ablagert in seinen Rindenteilen, aber auch jenen, die sich im Regenwasser befinden!).
Die im Handel üblichen Substrate bestehen meist aus Rindenteilen, einem sauren Medium wie z.B. Weiß-Torf (untergeordnet!!), aber auch Styroporteilen, die das Substrat luftiger werden lassen. Alle 2-3 Jahre sollte man die Orchideen umtopfen, dabei braucht man aber weniger auf einen wesentlich größeren Topf, denn auf frisches Orchideensubstrat achten. Manches mal ist es auch wichtig, dass der Topf lichtdurchlässig ist, weil auch an die Wurzeln Licht gelangen sollte (z.B. bei der beliebten Phalaenopsis).
2) Wie gieße ich meine Orchideen richtig?
Der Tod jeder Orchidee ist stehendes Wasser im Übertopf und somit Fäulnis! Daher gibt man in einen Übertopf unten auch Kieselsteine oder Leca hinein, damit ein wenig Puffer nach unten ist und auch die Luft unten besser durchzirkulieren kann. Das überschüssige Wasser nach dem Gießen schüttet man sofort weg.
Wenn möglich, gießt man Orchideen je nach Jahreszeit einmal (Winter) bis zweimal (Sommer) pro Woche und zwar anständig, nicht immer nur „schluckerlweise“, dafür gibt man überschüssiges Wasser danach sofort weg. Der Hauptfehler ist das Übergießen!
Kalkarmes bis kalkfreies Wasser wäre ratsam, oft geht das aber nicht. Man kann sich auch einen Kalkfilter zulegen, es genügt jener, der auch zur Herstellung besonders weichen Teewassers verwendet wird. Regenwasser gilt als Idealfall, neuere Hybridzüchtungen wachsen jedoch auch schon mit schwach kalkhaltigem Wasser.
Und noch was! Es sollen keinen schweren Wassertropfen beim Gießen auf der Pflanze bleiben, weil dieses pilzliche Fäulniserreger beherbergen kann und so der Pflanze Schaden zufügt.
3) Sind Orchideen zu düngen?
Ja, zwischen Frühjahr und Herbst sollte die Orchidee ein- bis maximal zweimal pro Monat gedüngt werden. Man verwendet am besten dafür ausgewiesenen Orchideendünger, da dieser etwas schwächer konzentriert ist und ein anderes Nährstoffverhältnis in sich birgt. Man sollte die Pflanze beobachten: Ist sie im Wachstum, sollte sie gedüngt werden, zeigt sie Stillstand, lässt man es bleiben.
4) Wie sieht es mit der richtigen Temperaturführung aus?
Prinzipiell ist das sehr differenziert zu betrachten, weil es da Unterschiede von Gattung zu Gattung gibt!
Die meisten, bei uns handelsüblichen Gattungen wachsen bei Wintertemperaturen von 15-20°C, im Sommer bei 20-22°C, aber wie gesagt, da gibt es große Unterschiede, man muss sich mit der einzelnen Art auseinandersetzen, im angegebenen Spektrum liegt man aber nicht ganz falsch zumeist.
5) Was sind Ruhephasen?
Die Gattung Phalaenopsis, die beliebteste derzeit, kennt eine solche Phase nicht, sie ist praktisch das ganze Jahr über blühwillig und –fähig. Viele, aber nicht alle, durchleben eine Ruhephase im Jahr. Die Ruhephase beginnt mit der Ausbildung einer Blütenknospe und endet mit Beginn des Wachstums der Laubblätter (mehr oder weniger exakt). In dieser Phase sollte die Pflanze ein paar Grad Celsius kühler stehen, sollte fast nicht mehr gegossen werden, auf das Düngen sollte gänzlich verzichtet werden. In der Wachstumsphase (in der wärmeren Jahreszeit) sollte gedüngt und häufiger gegossen werden, in der Ruhephase genau das Gegenteil. Bilden sich gelbe Blätter in dieser Zeit, so ist das normal, man sollte diese aber erst entfernen, wenn es die Pflanze quasi anzeigt, dann braucht man auch keine Schere.
6) Tipps beim Orchideenkauf!
Die Pflanzen sollten noch nicht lange im Verkaufsladen stehen, das erkennt man an der Vitalität, daher kauft man die Pflanze am besten direkt aus dem Gewächshaus heraus. Dort, wo man sie bezieht, sollte sie nicht zu zugig stehen. Es sollen weder Blätter, Blütenknospen, aber schon gar keine Wurzeln beschädigt sein. Orchideen sollten immer mit einem Namensschild versehen sein, ansonsten gibt es Verwechslungen mit der Pflege, wenn man sich danach erkundigt!
Die Hauptblütezeit vieler Orchideengattungen ist die Zeit zwischen Feber und Mai. Cymbidien zum Beispiel sollten außerhalb dieses Zeitraums nicht immer gekauft werden, weil sie sonst getrieben wurden und das eine oder andere Jahr darauf nicht mehr nachblühen können, weil sie ihre Ruhephase einhalten soll (den Rhythmus dazu muss sie erst wieder finden). Orchideen müssen immer gut verpackt werden für den Heimtransport!
Wenn man noch nie Orchideen gehabt hat, verzeihen zum „Anlernen“ Hybridzüchtungen wie Phalaenopsis Fehler in der Pflege leichter als Reinsortige, die meist doch ihre „Mätzchen“ spielen können. Hier gibt es unzählige Sorten davon, man kann sie das ganze Jahr im warmen Zimmer stehen lassen und sie wird sicher immer wieder zum Blühen kommen, wenn man die Regeln halbwegs befolgt!
7) Für jede Stelle im Raum die passende Orchidee?
Die besten Plätze sind auf Fensterbankerln von West- und Ostseite, die pralle Mittagssonne (wohlgemerkt im Sommer) vertragen die wenigsten Gattungen, höchstens Cattleyaund Vanda (Ascocenda), Nordseitenfenster vertragen sehr gut zum Beispiel Frauenschuh-Arten, aber auch besagte Phalaenopsis. Die meisten Arten wie gesagt sind für Westen und Osten geeignet, aber dort auch nicht, wie alle anderen übrigens auch, direkt über einem Heizkörper, der die warme Luft zu den Blättern strömen lässt, aber auch nicht direkt hinter der Glasscheibe, sondern mit einem „Sicherheitsabstand“, ansonsten gibt’s Trockenschäden oder/und Verbrennungen!
Orchideen sind ausgezeichnete „Klima-Apparate“, sie verdunsten Wasser und tragen so besonders im Winter besonders zur Verbesserung des Raumklimas bei. Die kann man sogar noch unterstützen, indem man die Orchideen auf wasserschalen mit aufgesetztem Gittereinsatz stellt und so die wasserführende Schale von unten her zusätzlich noch Wasser verdunstet! Aber trotzdem darf die Pflanze niemals im Wasser stehen!!!

Ähnliche Beiträge

Es sind oft die kleinsten Helfer, die uns das Lebenlebenswert machen.
Wir reden über Mikro-Organismen, die, wie der Name schon vorausschickt, Kleinst-Lebewesen sind, manchmal sogar nur einzellig.Bakterien und Pilze in unzähliger Vielfalt helfen, Prozesse im Boden und in der Pflanze (wie auch bei uns Menschen oder den Tieren) positiv und leider auch oft negativ beeinflussen.
Nachdem die Menschheit nicht immer FÜR die Naturarbeitet und nicht immer das wieder zurückgibt, was sie entnommen hat, Bearbeitung und viele Umwelteinflüsse zerstören natürliche Vorgänge, muss man nachhelfen und „freiwillige Helfer“ einsetzen, um die Prozesse zu beeinflussen, unterstützen oder oft auch „beschönigen“.
Es ist etwas, was nicht so leicht sicht- oder greifbar ist. Wie kann man den Nachweis erbringen, Mikro-Organismen sichtbar zumachen?
Wenn wir einen Apfel anbeißen und diesen liegenlassen, bildet sich Oxidation, das sind dann Bakterien, die die „Bräune“ verursachen.
Und so gibt es unzählige Beispiele. Wollen wir nun diese „negativen“ Bakterien in ein biologisches Gleichgewicht mit den „positiven“ bringen, dann müssen wir nachhelfen, mit den effektiven, die konzentriert in einer Vielzahl vorhanden sind, meistens abgefüllt in Flaschen, theoretisch auch selbst herstellbar.
Der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen (EMa) hält in den Hausgärten, aber auch im Profianbau Einzug gehalten und hat sich bereits vieler Orts bewährt. Diese kleinen Helfer unterstützen die Pflanze mit Erfolg in der Aufnahme und Umsetzung der Nährstoffe, aktivieren Stoffwechsel- und andere Vorgänge im Boden und in der Pflanze. Es ist zumindest ratsam, speziell nach dem Winter, den Boden wieder „aufzuwecken“, die Pflanze geht damit einher.
Für den Anwender gibt es mehrere Formen, Mikro-Organismen zu generieren:
Ein noch wenig bekanntes „Produkt“ ist der Kompost-Tee, der immer frisch produziert wird und daher selbst hergestellt werden sollte.
Der Komposttee beinhaltet eine riesige Anzahl an Mikroorganismen und verleiht der Pflanze großen Schutz.
Zur Herstellung braucht es nicht viel: Garteneigenen Kompost (als Alternative kann man auch Regenwurmhumus verwenden), dazu einen Kübel chlorfreies Wasser, eine kleine Aquarium Pumpe zur Belüftung, dazu ein bisschen Steinmehl und etwas Zuckermelasse zum Ernähren der entstehenden Mikro-Organismen.
Das wird dann über die Pflanzen gesprüht, man kann damit vor allem Pilzkrankheiten vorbeugen und Zellen stärken. Man kann Komposttee aber auch auf dem Boden Ausgießen, gerade im Frühjahr ideal.
Die Mischung macht’s!
Im Frühjahr, Sommer und Herbst jeweils einmal monatlich abwechselnd Komposttee und Mikroorganismen über die Pflanzen sprühen, auch in Kombination mit anderen Pflanzenpflegemitteln, wäre ein guter Anfang.
Im Frühjahr je einmal die beiden Produkte über den zubepflanzenden Boden gießen, dazu Steinmehl oder Kalk streuen, dann hat man sofort „Power“ im Boden.
Effektive Mikroorganismen sind nicht die „Eierlegende-Wollmilchsau“, sondern unterstützen sowohl den menschlichen, als auch tierischen und in unserem Falle den pflanzlichen Organismus in der Aufnahme und Umsetzung lebenserhaltender Nähr- und Ballaststoffe, sind sozusagen Botschafter und Spediteure im Körper.
Kurz noch, wie man diese Effektiven Mikroorganismen erklären kann:
Die Wirkung der Effektiven Mikroorganismen ist mit dem Dominanzprinzip zu erklären
Es gibt drei Funktionsgruppen von Mikroorganismen:
1. Abbauendedegenerative Mikroorganismen
Ca. 5 % aller Mikroorganismen. IhreStoffwechselprodukte sind verantwortlich für Fäulnis, Abbau und Degeneration.In diesen Prozessen entstehen freie Radikale, die die Ursache von Krankheitensind.
2.Aufbauende regenerative Mikroorganismen
Ca. 5 % aller Mikroorgansimen. IhreStoffwechselprodukte sind Antioxidanten, welche die Basis der Gesundheit vonBöden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und Menschen bilden.
3. Neutrale Mikroorganismen
Ca. 90 % aller Mikroorganismen. Diese Mikroorganismensind Mitläufer. Sie verhalten sich aufbauend oder abbauend, je nachVorherrschaft einer der anderen beiden Gruppen.
In einem von Mikroorganismen besiedelten Milieu, zum Beispiel im Boden, Gewässer oder auf einer Küchenarbeitsplatte, leben imme ralle drei Arten von Mikroorganismen.
Es sind oft die kleinsten Helfer, die uns das Leben lebenswert machen. Wir reden über Mikro-Organismen, die, wie der Name schon vorausschickt, Kleinst-Lebewesen sind, manchmal sogar nur einzellig.
zum Beitrag
Es ist ein Erfolgserlebnis, wenn man sieht, wie unsere eigenen Pflanzen Zuwachs bekommen. Bei den einen geht es leichter, die anderen überlässt man tatsächlich dem Fachmann. Teilen, Stecklinge machen, aussäen sind Arbeiten die in der zweiten Winterhälfte bis zum Frühjahr hauptsächlich anfallen, viel Freude machen könne, wenn das Ganze gelingt, aber auch etwas Arbeit bereiten.
Teilung:
Der einfachste Weg zum grünen Nachwuchs ist die Teilung. Beim Umtopfen einer buschig wachsenden Pflanze entdeckt man meistens, wie dicht der Wurzelballen ist, gleichzeitig stehen die Triebe sehr dicht. Also teilt man den Wurzelballen. Dazu nimmt man ein scharfes Messer zu Hilfe. DieTeilstücke werden frisch eingetopft und sehr bald setzt ein Neuaustrieb ein. Farne, Zimmerbambus und bestimmte Orchideen zum Beispiel lassen sich sehr leicht teilen.
Vermehrung durch Kindeln:
Bilden sich von Natur aus Kindeln, wie bei der Grünlilie (der beliebten Zimmerpflanze), dann ist die Vermehrung leichtes Spiel. Sie bilden an mehr oder weniger langen, herunterhängenden Trieben kleine, rosettenartige Pflanzen. Je größer diese sind, desto eher kann man schon wurzelartige Verdickungen an ihnen sehen. Solche „Kindeln“ kann man ohne besondere Vorbehandlung von der Mutterpflanze abschneiden und in frische Erde setzen.
Pflanzen vermehren durch Stecklinge - DIE HÄUFIGSTE METHODE:
Neben der generativen Vermehrung durch Samen und in weiterer Folge durch Aussaat gibt es die vegetative Vermehrung vor allem durch Stecklinge (im Volksmund „Pelzer“). Besonders in Tirol ist diese Vermehrungsmethode sehr populär, vor allem, was Balkonblumen anbelangt.
Es gibt viele Menschen, vor allem Hobbygärtner(innen), die diese doch nicht immer ganz einfache Aufgabe erledigen, damit im Sommer die Balkonblumen unsere Häuser zieren. Natürlich kann man sich die Pflanzenauch „fertig“ kaufen. Aber gerade in der eigenen Vermehrung liegt häufig der Reiz, etwas Schönes von Grund auf mit gestaltet zu haben. Das Erfolgserlebnis heiligt daher häufig die Mittel, weil das ganze natürlich mit Aufwand und Arbeit verbunden ist, abgesehen davon, dass man sich vorher schon informieren sollte.
Was sind Stecklinge?
Egal, ob von einer Pelargonie, von einem Gummibaum oder von einem Wacholder, Stecklinge sind wurzellose Triebe einer Pflanze, die mit oder ohne Hilfe von Bewurzelungsmitteln, in die Erde gesteckt werden, was wiederum eine neue Pflanze ergibt.
Warum vermehrt man aus Stecklingen und nicht aus Samen?
Viele Pflanzen bilden nur schwach Samen aus, oder dieser ist nur sehr schwach keimfähig, oder einfach deshalb, weil man von ein-und derselben Pflanze dieselbe wiederhaben möchte und dies aus Samen nicht möglich ist, weil diese nach Naturgesetzen wieder aufspalten würden. Manchmal spielt aber auch die Samenmenge eine wichtige Rolle, d.h. wenn man 2-3 Pflanzen benötigt, zahlt sich der Steckling besser aus.
Was benötige ich für Voraussetzungen zur Stecklings-Vermehrung?
Zuerst brauche ich eine Mutterpflanze, die ich beernten kann. Bei Fuchsien oder Pelargonien sind dies meist die überwinterten Pflanzen aus dem Vorjahr, bei einem Gummibaum ist das entweder der eigene odervon einem Bekannten.
Zweitens brauche ich einen warmen, hellen Raum mit einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit von 80-90 %. Dies ist am besten mit einem kleinen, mit Kunststoff überbauten Gewächshaus zu erzielen. Der Idealfall wäre natürlich ein kleines, beheizbares Gewächshaus im Garten mit Sonne von allen Seiten, auch wenn man in den ersten Tagen der Bewurzelung sehr wohl schattieren sollte.
Entscheidend ist die Bodentemperatur, die 20-22°C nicht unterschreiten sollte. Auch das Vermehrungssubstrat ist wichtig, ebensowie das Gefäß.
Beides sollte keimfrei sein und frei von Schmutz. Die Erde sollte eine Aussaat- und Vermehrungserde und ständig leicht feucht sein, jedoch niemals nass.
Entscheidend in den ersten Wochen ist, dass die Luftfeuchtigkeit nicht absinkt, weil sonst das Pflänzchen vertrocknet.
Reiner Gartenkompost eignet sich zur Vermehrung nicht, lediglich zur Beimischung, weil der Salzgehalt viel zu hoch ist.
Wie funktioniert` s in der Regel?
Die häufigste Methode ist diejenige aus Kopf- und Stammstecklingen. Meist nimmt man die obersten 5-8 cm und schneidet den Steckling 1-2 mm unter dem darunter liegenden Knoten ab und steckt ihn dann 1 cm fest in die Erde.
Bei manchen Pflanzen ist der Steckling länger, bei manchen kürzer. Wichtig ist nur, dass die Verdunstungsfläche nicht zu groß ist, d.h., dass der Steckling nicht zu lang, aber schon gar nicht verholzt sein darf. Er sollte stets krautig wirken.
Eine andere Methode ist jene aus Stammstecklingen, indem die darunter liegenden Teile mit ein bis zwei Zwischenstückchen genommenwird, was bei vielen Gehölzen und Bodendeckern wie Efeu usw. durchgeführt wird. Man erhält einfach mehr Pflanzen daraus.
Blattstecklinge wie das Usambaraveilchen werden auch häufig gezogen. Hier verwendet man das Blatt samt seinem Stiel. Ein kleiner Vegetationskegel befindet sich noch am Fuße des Stieles. Die Vermehrung ist nach 3-4 Wochen beendet. Wenn dann die Pflanze bewurzelt ist, kann sie in größere Töpfe mit der entsprechenden Erde je nach Pflanzenerde getopft werden und ihrer weiteren Bestimmung übergeben werden.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Vermehrung im Allgemeinen nur mehr eher selten daheim durchgeführt wird.
Gute Stecklingsqualitäten bis hin zur pflanzfertigen Pflanze gibt es beim Fachbetrieb.
Man könnte meinen, das wäre „out“ und macht keiner mehr. Immer öfters wird aber hier nachgefragt, will man doch seine „alten Pflanzen“, an die man Erinnerungen hegt, über Generationen weiterleben lassen.
zum Beitrag
Blühende Zimmerpflanzen beleben jedes Blumenfenster, jeden Wintergarten, jedes Wohnzimmer. Sei es eher schlicht wie ein Einblatt, oder eher auffällig wie ein Weihnachtsstern oder eine Orchidee, jede Pflanze hat für sich das besondere Etwas.
Blühende Zimmerpflanzen sind je nach Standort (hell-sonnig; kühl-warm) nicht winterharte, aber dafür ans Raumklima gewöhnte Pflanzen, die über eine bestimmte Blühperiode hinweg für die Optik und somit für das Wohlbefinden des Menschen von Bedeutung sind.
Pflege von blühenden Zimmerpflanzen:
Wichtig ist es, die Pflanzen eher regelmäßig zu versorgen, sowohl, was die Nährstoff-, als auch die Gießwasserversorgung anbelangt. Klingt einleuchtend, bedeutet aber nur, dass eine langfristige Düngeversorgung mit Langzeitdünger meist nicht den gewünschten Erfolg bringt. Meistens hält die Wirkung solcher Dünger über die Ruheperioden der einzelnen Pflanzen hinaus, was negativ ist und zweitens sind manche Pflanzen doch zu kurzlebig, als dass man die Wirkung voll ausnutzen kann.
Auch was den Pflanzenschutz anbelangt, sind Pflanzen immer unterschiedlich in ihrer Anfälligkeit bzw. in ihrer Behandlung. Blattläuse und Spinnmilben sind meist jene Schädlinge, die ihnen am ehesten zusetzen.
Wichtig beim Kauf von Blühpflanzen:
1) Pflanzen müssen vor Vitalität strotzen! Gespannte Blatt- und Blütenstellung
2) Nebst einigen geöffneten Blüten sollen noch Knospen sichtbar sein
3) Pflanzen dürfen nicht vernässt oder vertrocknet stehen am Präsentationsplatz
4) Pflanzen müssen so wirken, als stünden sie erst ein paar Minuten dort (keine aufgehellten Laubblätter durch lange Standzeiten in lichtarmen Räumen)
5) Stets die Herkunft hinterfragen
6) Wurzelkontrolle in dem Fall, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob die Pflanze okay ist.
Die wichtigsten Blütenpflanzen stichwortartig im Überblick:
Cyclame / Alpenveilchen
Idealtemperatur 15-18°C, will keinen warmen Fuß; heller Raum; Herbst- bis Frühjahrsblüher; Verblühtes durch Herausdrehen aus der Knolle lösen; mäßig Wasser.
Hibiskus
Achtung lausempfindlich! Temperatur ganzjährig 15-20°C; verträgt keine Trockenheit, aber auch nie vernässen; während der Blüte wöchentlich düngen, dann alle 2 Wochen; kein Zug; kalkarmes Gießwasser
Azalee
Heller Standort; 15-18°C; keine Luft- und Ballentrockenheit erwünscht, am besten 1x wöchentlich tauchen, dann wieder abtrocknen lassen.
Orchideen
Unterschiedlich im Anspruch, meistens heller Standort ohne Direktsonne; Temperatur ganzjährig20 °C oder drüber; Luftfeuchtigkeit höher; kalkarmes Gießwasser; brauchen meist wenig Wasser (alle 2 Wochen im Schnitt); Orchideendünger; Ruhezeiten beachten!
Flamingoblume
Keine Direktsonne; Luftfeuchtigkeit erhöht; kein Kalkwasser; keine Ballentrockenheit; regelmäßig Dünger ganzjährig; kein Zug; ganzjährig über 20°C.
Passionsblume
Vorrangig sommerblühend, aber auch im Frühjahr und Herbst blühfähig; im Sommer warm, im Winter kühl (10-15°C); keine Ballentrockenheit; Umtopfen jährlich im Frühjahr in etwas größeren Topf.
Bromelien
Brauchen hohe Luftfeuchtigkeit; ganzjährig blühfähig, aber Blühreiz meist nur durch höheren Azetylengehalt (Apfel in den Trichter legen); kalkarm gießen; regelmäßig Dünger ganzjährig; Temperatur stets über 20°C.
Einblatt (Spathipyllum)
Keine direkte Sonne; eher im Schatten sehr gut ganzjährig blühfähig; ganzjährig wöchentlich düngen und niemals austrocknen lassen; stets über 20°C.Sehr anspruchslos in Räumen mit niedriger Luftfeuchte.
Begonia elatior (Zimmerbegonie)
Blüte in allen Farben (außer blau) ganzjährig; relative Anfälligkeit gegenüber Läusen und Mehltau; Temperatur 20-22°C; wöchentlich düngen; nach der Blüte Rückschnitt erforderlich; im Sommer ins Freie pflanzbar; im Winter sonnig, im Sommer Halbschatten.
Weihnachtsstern
Winterblüher; Temperatur 18-22°C; heller Standort; wöchentlich düngen; nicht zugverträglich.
Kalanchoe / Flammendes Kätchen
Ganzjährig ganz mäßige Feuchtigkeit; heller Standort (auch volle Sonne); blüht sehr lange (über 6 Monate) am Stück, danach Rückschnitt. Alle 2 Wochen düngen; ist eher wie eine Sukkulente anzusehen.
Medinilla
Anspruchsvolle, wuchtig blühende Zimmerpflanze in rosa; kalkarm und mäßig gießen, alle 2 Wochendüngen; kein Zug; Luftfeuchtigkeit immer über 60%; keine direkte Sonne (Sonnenflecken!).
Osterkaktus / Weihnachtskaktus
Im Sommerdüngen, eher trocken halten, für kühle und wärmere Räume gleichsam geeignet.Sehr anspruchslos, außer, dass man während der Blütezeit den Standort nichtverändern soll!!
Blühende Zimmerpflanzen beleben jedes Blumenfenster, jeden Wintergarten, jedes Wohnzimmer. Sei es eher schlicht wie ein Einblatt, oder eher auffällig wie ein Weihnachtsstern oder eine Orchidee, jede Pflanze hat für sich das besondere Etwas.
zum Beitrag